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Social Media Recruiting: Nachwuchskräfte auf Facebook & Co finden

Pinetco Recruiting

In den vergangenen zwölf Monaten fehlten in Deutschland in technischen Berufen rund 52.000 Akademiker (Quelle: IW). Während viele Unternehmen längst den direkten Kontakt zu Studenten suchen, studentische Hilfskräfte einstellen und mit Universitäten kooperieren, werden die Möglichkeiten im Netz noch nicht voll ausgeschöpft.

In unserem Blogbeitrag zeigen wir anhand von Beispielen aus der Maschinenbaubranche, wie Sie online qualifizierte Nachwuchskräfte ansprechen können.

Nachwuchskräfte mit Praxiswissen begeistern

Es liegt auf der Hand, angehende Akademiker dort abzufangen, wo man sie meistens antrifft: In der Universität. Firmen bieten seit jeher Workshops für Studenten an und demonstrieren dort Kompetenz und Fachwissen. In einem Workshop mit Continental Reifen haben Studenten des KIT (Karlsruher Institut für Fahrzeugtechnik) beispielsweise bestmögliche Herstellungsparameter für Winterreifen analysiert und ermittelt. Während bereits viele Unternehmen den Weg einer universitären Zusammenarbeit eingeschlagen haben – an der Uni Siegen gibt es jährlich 100 Kooperations-Projekte – ist gerade bei der Online-Präsenz der meisten Unternehmen noch Luft nach oben.

Das Internet bringt eine Informationsgewalt mit sich, die schnelle Antworten zur Selbstverständlichkeit macht. Was man nicht weiß, wird gegoogelt. In der Sekunde werden durchschnittlich 40.500 Suchanfragen weltweit getätigt. Dass Studenten sich im Internet Wissen aneignen ist offensichtlich. Dass Unternehmen im Internet Wissen für Studenten aufarbeiten, eine Seltenheit.

Drei digitale Möglichkeiten, um Nachwuchskräfte anzusprechen

1. Nachhilfe auf Youtube

Dr. Jörn Loviscach, Professor für Ingenieurmathematik und technische Informatik an der Fachhochschule Bielefeld, hat auf seinem Youtube-Channel vorbildliche 80 Videos hochgeladen, die mathematische Probleme wie “Symmetrien der Krümmung” oder “Vektorprodukte in der Vierdimensionalen” behandeln und noch viel wichtiger: erklären. Als ehemaliger Chefredakteur der c´t weiß er wie man komplexe Themen didaktisch hochwertig aufbereitet. Schon alleine die 37.626 Abonnenten des Kanals bezeugen das.

Chancen und Hürden

Der Kanal von Dr. Loviscach ist ein Beleg dafür, wie stark die Nachfrage nach hochwertigen Informationen seitens der Studenten ist. Unternehmen können diesen Wissensdurst nutzen.

Der Vorteil eines Youtube-Kanals liegt darin, dass dort theoretisch jeder deutschsprachige Student angesprochen werden kann. Voraussetzung dafür, dass auch nur ein einziger Student sich für den Kanal interessiert, ist allerdings, dass das Video fachlich kompetent und didaktisch hochwertig aufgearbeitet ist. Der Aufwand für Videos dieser Art ist hoch und in Ihrem Unternehmen muss sich ein Mitarbeiter befinden, der über genügend Zeitkapazitäten, sicheres Fachwissen und didaktische Fähigkeiten verfügt.

Für finanzstarke Unternehmen lohnt es sich darüber nachzudenken, gezielt studentische Hilfskräfte in Ihrem Unternehmen mit dieser Aufgabe zu betreuen. Für Studenten ist es leichter, sich in Probleme und Fragen ihrer Kommilitonen hinein zu versetzen, schließlich haben sie in ihrem Studium ähnliche Probleme. Gleichzeitig bietet den Studenten ein eigenes Projekt Raum zum Ausprobieren von eigenen Ideen, sowohl in der Aufbereitung als auch in der Prozesskoordination.

2. Überzeugen auf Facebook

Im Jahr 2013 waren 90 % aller 20-29-jährigen in den Sozialen Netzwerken aktiv. (Quelle: Bitcom) Soziale Netzwerke gehören zum Alltag und sollten auch in Ihrem Unternehmen eine Rolle spielen. 2012 benutzten 47 % aller deutschen Unternehmen Social Media, verschiedene Unternehmen nutzen ihre Fanpages bereits um gezielt Nachwuchskräfte anzusprechen. Beispielsweise Lufthansa und die Deutsche Bahn betreiben über das Soziale Netzwerk “Social Recruiting”.

Dadurch, dass Facebook sich vor allem in der Freizeit der Studenten etabliert hat, herrscht hier ein menschlicher und freundschaftlicher Ton. Durch Persönlichkeit und Authentizität können Unternehmen auf sich aufmerksam machen und für Nachwuchskräfte “greifbarer” werden.

Chancen und Hürden

Die Sozialen Netzwerke sind nicht nur für die Großen interessant, sondern gerade auch für kleinere Unternehmen. Die Krones AG in Neutraubling bei Regensburg, ein Konzern in der Getränketechnik, hat auf Facebook eine eindeutige Arbeitgebermarke aufgebaut. Lächelnd werden hier mit dem Hashtag “Smile” Angestellte, Werksstudenten und internationale Mitarbeiter vorgestellt. Anja Kronprobst studiert Kulturwirtschaft an der Uni Passau und macht im Moment bei Krones ein Praktikum im Visamanagement. Auf der Krones Facebook Fanpage äußert sie sich positiv über ihre Erfahrungen: “Die Kombination aus internationalem Flair und dem guten Ruf auf lokaler Ebene haben mich gereizt, Teil der bunt-gemischten Krones Familie zu werden. Deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen, in Zukunft als Werksstudentin oder sogar selbst bei Krones im Ausland zu arbeiten.”

 

Social Media Recruiting                                                                    Quelle: Krones AG Facebookpost über Praktikantin, https://de-de.facebook.com/kronesag

 

Krones zeigt, wie man die Sozialen Netzwerke als modernes Instrument für Empfehlungsmarketing mit großer Reichweite einsetzen kann. Hier werden positive Erfahrungen von Praktikanten und Mitarbeitern sichtbar. Digital Natives – die Generation, für die die Nutzung von Sozialen Netzwerken, Clouds und Apps selbstverständlich ist – informieren sich auf Facebook über ihren potentiellen Arbeitgeber. Eine Hürde für Ihr Unternehmen liegt darin, dass die Nutzung von Sozialen Netzwerken ebenfalls Arbeit bedeutet. Sobald ein Verantwortlicher eingearbeitet und ein klares Konzept ausgearbeitet wurde, lässt sich das regelmäßige Posten aber gut in den Arbeitsalltag eingliedern. Für Unternehmen, die ergänzend zu ihrem herkömmlichen Human Resource Management weitere Recruiting-Methoden einsetzen möchten, bietet Facebook also gute Möglichkeiten.

3. Aktuelle Stellenangebote – mobil abrufbar

Eine dritte, digitale Alternative um Fachkräfte anzuwerben, stellt die “Bewerbungs-App” dar. Zusätzlich zu einem überzeugenden Karriere-Kanal auf Facebook, nutzt beispielsweise Bayer ein Programm, das interessierte Nachwuchskräfte über aktuelle Stellenangebote, Einstiegsmöglichkeiten und Informationsveranstaltungen informiert. Die Anwendersoftware kann von überall auf dem Handy abgerufen werden. Im Februar 2014 besaßen 40,4 Millionen Deutsche ein Smartphone, im Januar 2009 gab es 6,31 Millionen Smartphone-Besitzer in Deutschland. Das Bedürfnis von überall auf Informationen zuzugreifen, wächst also stetig und die Möglichkeit dazu verwandelt sich in eine Selbstverständlichkeit.

 

Social Media Recruiting                                                                                              Quelle: Bayer Bewerberapp, http://career.bayer.de/de/mobile/index.html

 

Chancen und Hürden

Der Vorteil einer Bewerbungs-App ist zum einen eine enorme Reichweite, zum anderen drücken Sie mit einer Bewerbungs-App Nutzerfreundlichkeit, technische Affinität und Kompetenz aus.

Um eine gut funktionierende Bewerbungs-App anzubieten, muss in die Entwicklung der Software und des Interfaces Zeit und Geld investiert werden. Eventuell treten auch nach der Fertigstellung Probleme auf, für Updates sollten Sie ebenso finanzielle und zeitliche Kapazitäten einplanen. Dennoch stellt eine Bewerbungs-App eine zeitgemäße, digitale Möglichkeit dar, Bewerber anzusprechen.

Fazit: Jäger müssen schwitzen

In einem Artikel der Süddeutschen sagt Tobias Kärcher, Senior Creative Consultant bei Wollmilchsau, dass der Personaler von morgen ein Jäger sein und genau wissen muss, wo sich seine Zielgruppe aufhält. Ein Jäger zu sein, bedeutet im Umkehrschluss auch Herausforderung und eine gewisse Anstrengung. Wenn Sie für Ihr Unternehmen Möglichkeiten suchen, um vermehrt Nachwuchskräfte anzusprechen, sind digitale Medien unumgänglich. Trotzdem sollten Sie sich über den Kostenfaktor und Arbeitsaufwand im Klaren sein. Während ein ansprechender Youtube-Kanal regelmäßig viel Arbeitszeit, fachliche und didaktische Kompetenz verlangt, kann ein Facebook-Recruiting-Kanal von einem geschulten Personalmitarbeiter gepflegt werden. Die Entwicklung einer Bewerbungs-App sollte von Profis durchgeführt werden, die Ihrem Unternehmen auch nachträglich bei Fragen und Aktualisierungen zur Seite stehen.

Überlegen Sie sich in Ruhe, ob eine Option für Ihr Unternehmen in Frage kommt. Wenn Sie sich weiter über das Thema Social Media Recruiting informieren möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Links:

Wie macht Ihr Unternehmen auf sich aufmerksam? Arbeiten Sie mit Studenten in Form von Workshops zusammen? Bieten Sie eine Facebook-Karriereseite an? Welche Erfahrungen machen Sie mit Ihrer Unternehmenseite? Wir freuen uns auf Ihre Beispiele!

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